Gänseblümchen am Wegesrand – Warum es wichtig ist, dein Ziel aus den Augen zu verlieren.

Mit dem Wort „Ziel“ assoziiere ich automatisch Themen wie Erfolg, Strebsamkeit, Disziplin.
Aus meinem Bauchgefühl entspringt aber auch sofort der Gedanke an Verbissenheit und Strenge.
Es fühlt sich an, als wäre man erst zufrieden, wenn man sein Ziel erreicht hat – wenn man die Ziellinie überquert.

Im echten Leben ist es nunmal so, dass wir die meiste Zeit auf dem Weg zur Ziellinie sind.
Der Moment des Überquerens ist so klein, dass man sich nicht sehr lange daran erfreuen kann.
Ein kurzer Kick und schon steht man wieder da ohne weiteren Ansporn.

„Der Weg ist das Ziel.“ Konfuzius

Hinter diesem Zitat steckt für mich eine Menge Wahrheit.

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Auf dem Weg zur Ziellinie gibt es viele magische Momente zu entdecken. Foto: Apricum Fotografie

Wenn der alleinige Antrieb das Erreichen des Ziels ist, müssen wir uns selbst stets überwinden und sind enorm frustriert, wenn wir das Ziel (noch) nicht erreichen.
Können wir aber schon den Weg zur Ziellinie erfüllend und motivierend gestalten, dann haben wir jeden Tag aufs Neue Freude daran auf unsere Vision hinzuarbeiten aber es ist nicht von höchster Wichtigkeit dort anzukommen.
Denn wenn wir einmal angekommen sind, was treibt uns dann noch an?

Wer wären wir ohne all die Gänseblümchen am Wegesrand, die uns veranlassen nach links und rechts zu schauen?
Und können wir diese überhaupt wahrnehmen, wenn unser Fokus so stark nach vorne ausgerichtet ist?

„Stillstand ist Rückschritt.“ R. von Bennigsen-Foerder

Haben wir nur die Ziellinie vor Augen, verpassen wir womöglich die Schönheit der Umgebung und viele inspirierende Eindrücke.
Haben wir sie überquert und kein neues Ziel vor Augen, leben wir dann überhaupt noch oder existieren wir nur?

Wir alle brauchen aber natürlich einen Wegweiser, an dem wir uns orientieren können.
Hauchen wir dem Wort „Ziel“ ein wenig Leben ein und sprechen nun von der „Zielvorstellung“, denn wer weiß schon wie es wirklich aussieht?

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Mit einem guten Freund gemeinsam auf dem Weg zum Ziel zu sein, ist besonders schön aber eben auch ein Privileg und keine Selbstverständlichkeit. Foto: Apricum Fotografie

Schön wäre doch unsere Traumvorstellung, welche der eigenen Selbstverwirklichung nahe kommt oder sogar deckungsgleich mit eben dieser ist.
Eine Traumvorstellung, die sich durch den Weg, den wir gehen, verändern darf.
Erinnere dich an die Gänseblümchen am Wegesrand – die sind manchmal von großer Bedeutung für deinen eigenen inneren Wandel.

Aus dieser Traumvorstellung heraus entsteht Motivation, Antrieb und optimistische Hartnäckigkeit.

Du kannst diese Zielvorstellung als Wegweiser nutzen aber sie kann noch mehr für dich sein.
Wenn du deinen Herzenswunsch in Angriff nehmen möchtest, kannst du als ersten Schritt deine Vision formulieren.
Wie sieht diese Gegenwart aus, in der du gerne leben möchtest?
Welche Veränderungen würden dir gut tun?
Versuche deine Gedanken positiv zu formulieren und schreibe es dir so auf, als wäre es bereits eingetreten.
Wie fühlt sich das für dich an?

 Zusätzliche Motivation und Orientierung liefern Zwischenziel(-vorstellungen).
Die können ganz konkret sein, weil du sie auf deinem Weg schon sehen kannst oder sie ergeben sich noch auf deiner Reise.
In der Reitkunst ist es das selbe Prinzip.
Unter Berücksichtigung der Gegebenheiten von uns selbst und unserem Pferd, können wir uns eine Zielvorstellung ausmalen und diese in kleine Zwischenschritte zerbröseln, um immer wieder einen Ansporn zu haben.
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Hat man ein Teilziel erreicht, kann man sich auch eine Verschnaufpause gönnen. Es geht nicht darum möglichst schnell im Ziel zu sein!

Aber letztlich muss der Weg uns erfüllen.
Darum dürfen wir auch Umwege gehen, stolpern und uns zwischendurch verlaufen.
Jegliche Form von Bewegung im Leben, können wir für uns nutzen.

„Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Max Frisch

Oder wie Bent Branderup so schön sagt: Ein Problem ist es nur, wenn man die Lösung nicht kennt.“

Viele Wege führen nach Rom aber wenn du nicht nach Rom willst, solltest du einen anderen Weg einschlagen.
Darum müssen wir wissen wohin wir tief in uns drin gerne wollen.
Umwege gehen ist kein Problem. Selbstverwirklichung, Reitkunst, all diese Dinge haben keinen gradlinigen Verlauf.
Niemand ist deinen individuellen Pfad zuvor gelaufen, deshalb ist es in Ordnung sich auf eine Entdeckungsreise zu begeben aber wir sollten vermeiden im Kreis zu wandern.
Um zu Vermeiden im Kreis zu laufen, können Zielvorstellungen und Zwischenzielvorstellungen so wunderbar nützlich sein.

Jeder Schritt auf unserem Weg – Rückschritte einbezogen – sollte Spaß machen, motivieren und inspirieren.
Wir sollten einen Mehrwert von diesem Weg haben, sonst neigen wir womöglich dazu, die schnellstmögliche Route zu wählen und verpassen die Gänseblümchen.

Das macht die Reitkunst und Selbstverwirklichung zur Lebensaufgabe.
Weil wir viele menschliche Züge ablegen müssen, um das volle Potenzial der Bereicherung schöpfen zu können.
Ungeduld, Ehrgeiz, das Streben nach Applaus..
Wie beim Reiten geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um das Vorwärts.

Vielleicht möchtest Du jetzt auch Dein Ziel formulieren und dich auf den Weg machen?

Deine Kati von Equinality

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